Die Geschichte des Kampfsports Karate lässt sich bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Damals verschmolz im japanischen Okinawa die einheimische Tradition mit Einflüssen aus anderen japanischen Regionen und China, woraus sich schließlich das Karate entwickelte. Es zählt bis heute zu den bekanntesten und beliebtesten Kampfsportarten.
Gutes Training und volle Konzentration
Beim Karate geht es darum, Schläge, Tritte und Stöße auszuführen und zwar mit hoher Geschwindigkeit und großer Konzentration. Es werden drei Hauptelemente unterschieden: Das Kihon, die Kata und die Jiyu-Kumite. Unter Kihon versteht man das Grundtraining, in dem der Karateka viele Faust- und Fußstöße lernt und auch das richtige Abwehren. Später werden diese Grundtechniken in der Kata perfektioniert. Darunter versteht man Übungen, die auf tänzerische Weise in einer vorgeschriebenen Kombination allein oder in einer Gruppe ausgeführt werden müssen. Die Jiyu-Kumite schließlich bezeichnet den freien Kampf, der als Zweikampf absolviert wird. Beim Karatetraining wird der gesamte Körper trainiert, insbesondere aber Hände, Füße, Knie und auch die Ellenbogen.
Um Hand- und Fußtechniken zu trainieren, werden spezielle Schlagpolster oder auch Sandsäcke benutzt. So werden Hände und Füße abgehärtet, was wichtig ist, um Fußtritte ausführen zu können. Das Training macht sehr gelenkig, wirkt reaktionsfördernd und wirkt sich auch positiv auf die Selbstdisziplin aus, denn für einen einzigen Karateschlag braucht man nicht nur sehr viel Kraft, sondern auch ebenso viel Konzentration. Vielen Menschen sind wohl die Bruchtechniken bekannt, wenn Karatekämpfer Bretter, Ziegelsteine oder häufig sogar Betonplatten scheinbar mühelos zertrümmern, ohne auch nur die geringste Verletzung davon zu tragen. Beim modernen Training wird allerdings nicht mehr so viel Wert auf die Bruchtechniken gelegt, es ist meist eher sportlich orientiert.
Kampfsport mit Regeln und Etikette
Besonderer Wert wird beim Karate auf die Etikette gelegt. So beginnt und endet jedes Karatetraining traditionell mit einer Meditation und einem Gruß. Das soll den friedfertigen Zweck der Übungen symbolisieren und Respekt zum Ausdruck bringen. Auch eine besondere Kleidung ist beim Karate ein wichtiger Bestandteil. So trägt jeder Karateka einen so genannten Karate-Gi. Dieser besteht aus einer weißen Hose und einer einfachen weißen Jacke. Diese werden mit einem farbigen Gürtel gebunden. Trainiert wird immer barfuß. Die Gürtel werden Obi genannt und sie zeigen an, in welchem Stadium des Könnens sich der Karateka befindet. Man unterscheidet die Schülergrade, die Kyo genannt werden und die Meistergrade, die so genannten Dans. Sie rangieren vom 9. Kyo, dem weißen Gürtel für Anfänger bis zum 1. Kyo, dem braunen Gürtel für Fortgeschrittene kurz vor erreichen der Meisterschülergrade. Der so genannte „schwarze Gürtel“ besteht somit aus insgesamt neun verschiedenen Graduierungen, bevor die höchstmögliche Stufe, der 10. Dan, der weiß-rote Gürtel erreicht werden kann.
Zu den Hauptzielen des Karatesports zählt das Training des Geistes und des Charakters sowie der inneren Einstellung. Es geht weniger um Sieg oder Niederlage, sondern um die Vervollkommnung des eigenen Charakters. Bei Wettkämpfen gelten beim Karate sehr strenge Regeln. Denn die Techniken sind höchst effektiv und bringen im realen Kampf eine große Verletzungsgefahr mit sich, die bisweilen sogar tödlich sein könnte. Deshalb dürfen die Kämpfer nur mit Zahnschutz, Brust- oder Tiefschutz gegeneinander antreten. Oft werden auch noch Faust- oder Fußschützer und Schienbeinschoner gefordert.
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